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4. Juni 2014 - Mittwoch - Tag 7 |
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| Cetinje ¦ Kotor
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![]() Kotor 27°C Njeguši › Kotor › Dobrota › Kotor › Dobrota Sozusagen als Belohnung für die überstandenen Schlechtwettertage zu Beginn der Reise strahlt die Sonne bereits um 6:30 Uhr vom Himmel. Sie lässt mich daran denken, mich mit Sonnencreme für die Wanderung einzuschmieren, obwohl es vorerst nur 12 °C hat. Wie das Abendessen fällt auch das Frühstück um 7 Uhr eher einfach aus. Es gibt zwar keine große Auswahl, aber immerhin Omelette, Schinken, Käse, Weißbrot, Butter, Powidl zum Kaffee. von Njeguši ans Meer Punkt 8 Uhr machen wir uns zu Fuß auf den Weg hinab zum Meeresspiegel. In der kurzen Zeit seit dem Aufstehen ist es schon recht warm geworden und keine einzige Wolke trübt das Blau des Himmels. Unser Gepäck nehmen wir selbstverständlich nicht mit. Es wird zum nächsten Hotel transferiert. Zuerst schlendern wir durch den Ort Njeguši. Einige von uns nutzen die Möglichkeit, beim Greißler noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Nach etwa einem Kilometer Asphalt unter den Füßen verlassen wir die Straße und wandern durch blühende Karstlandschaft auf der Hochebene am Nordabhang des Lovćen. Der Weg steigt leicht an, rund 100 Höhenmeter sind es bis zum Kreuzungspunkt auf der Passhöhe von Krstac, wo wir eine Stunde nach Abmarsch ankommen. Hier beginnt nun der Abstieg auf Null. Die ersten Meter legen wir wieder auf Asphalt zurück. Von der ersten Kurve aus haben wir schon einen guten Blick auf die Bucht von Tivat und die Adria. Einige Schritte später kommt ein Kreuzfahrtsschiff, das vor Kotor ankert, ins Blickfeld. Wir durchqueren einen kurzen Tunnel, ehe wir die Bergstraße von Kotor herauf wieder verlassen. Wir nehmen den direkten Weg in die Stadt. Auf einem in der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie wunderschön angelegten Militärpfad wandern wir durch einen Föhrenwald immer gleichmäßig bergab, nicht zu flach und nicht zu steil. Irgendwann kommen wir aus dem Wald heraus und befinden uns auf einem Bergrücken. Von hier haben wir bereits einen sehr guten Ausblick in die Bucht von Kotor. Einige Minuten später tauchen hinter dem Hügel auch die Altstadt und die Festungsmauer auf. Über unzählige Serpentinen im Zick-Zack-Stil kommen wir der Stadt immer näher. Zwischendurch treffen wir auf viele Ziegen, die auf Futtersuche unterwegs sind. Das wunderschöne Wetter und der herrliche Ausblick laden natürlich immer wieder zu Fotostopps ein. Mittlerweile sind wir auf Augenhöhe mit dem höchsten Punkt der Festung, dem Fort Sveti Ivan/San Giovanni, angekommen. Aber ein Stück des Weges müssen wir noch absteigen, bis wir nach beinahe drei Stunden Zickzacklaufen gegen Mittag die Kirche von Špiljari erreichen. Hier finden wir im Schatten der Bäume Platz, um das mitgebrachte Lunchpaket zu vertilgen. Aber wichtiger als essen ist heute trinken. Durch ein Loch in der Festung wechseln wir die Seite von
außerhalb der Festung ins Innere. (So kann man den Eintritt auch umgehen.
Aber auch wir müssen erst das Fort erklimmen. Von Sveti Ivan/San Giovanni genießen wir den Ausblick in alle Richtungen. Jetzt ist nur mehr der Weg hinunter in die Stadt zu bewältigen. Aber dieser sieht kürzer aus als er ist. Der Zick-Zack-Abstieg auf Steinstufen und Schotterwegen gestaltet sich angesichts der Wärme ganz schön mühsam. Man kommt sogar bergab zum Schwitzen. Aber Wanderer sind hart im Nehmen. An einer Kirche - etwa auf halbem Wege - legen wir noch eine Rast ein, auch um zusammenzuwarten. Um Viertel nach eins erreichen wir die Gassen der Altstadt von
Und schon beginnen die Diskussionen. Mit Taxis werden wir von der Altstadt bis zum nahen Hotel in Dobrota, etwa drei Kilometer entfernt, gebracht. Für zwei Nächte ist das "Marija 2" unser Quartier. Drei Stunden bleiben nun Zeit, bis wir in die Altstadt zurückkehren werden. Nach einer erfrischenden Dusche erwachen meine Lebensgeister wieder. In Ruhe kann ich meine Notizen machen, die Fotos durchschauen und ein wenig rasten. Frisch gewaschen und geistig wieder aufnahmefähig machen wir uns kurz vor sechs Uhr mit den Taxis auf den Weg in die Stadt. Am Haupteingang starten wir den einstündigen Stadtrundgang. Das Über-den-Haufen-Werfen des Programms war eine gute Entscheidung. Es ist nun nicht mehr so warm und es sind auch viel weniger Menschen in der Stadt unterwegs. Wir können Marcos Ausführungen daher einfach besser lauschen. Kotor war lange Zeit, von 1420 bis 1797 unter venezianischer Herrschaft. Der Löwe, das venezianische Wappentier, ist daher allgegenwärtig. 1797 kam Kotor zu Österreich(-Ungarn) und blieb es - mit einer Unterbrechung von 1805 bis 1814 - bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Diese Stadt war beinahe der südlichste Punkt der k.u.k. Monarchie. Marco macht diese Stadtführung ausgezeichnet. Mit Interesse verfolge ich die Geschichte der Stadt, seiner Bewohner und der Bauten. Unser Spaziergang durch Kotor führt uns vom westlichen Tor zum Uhrturm, an verschiedenen Palästen vorbei zur Kathedrale des Heiligen Tryphon, deren Ursprünge aus dem Jahre 809 stammen. Durch enge Gassen schlendern wir am Seefahrtsmuseum, das in einem der vielen ehemaligen Paläste untergebracht ist, vorbei bis zur Kirche Sveti Luka (orthodox und katholisch, 12. Jahrhundert) und zur orthodoxen Kathedrale Sveti Nikola, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Ein paar Hausecken später stehen wir plötzlich vor einer
gedeckten Tafel. Tatsächlich, es ist für uns angerichtet. Unter freiem
Himmel im Schutze der Stadtmauer wird heute vor den Toren des Restoran
Bastion diniert. Die Fischtage sind eröffnet! Denn als Vorspeise
gibt es schwarzen Reis (irgendwo muss die Tinte vom Tintenfisch ja hin
Mit dem Taxi geht es zurück zum Hotel. Beim nächsten kleinen Geschäft hole ich mir noch zwei Bananen und ein paar Kekse für die morgige Wanderung, ehe ich mich um 22 Uhr ins Bett verkrieche. Ein sehr schöner Tag war das heute. |
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